ZWISCHEN NORD UND SÜD

Seitental des Veltlins

Kulturell und geomorphologisch betrachtet ist die Valposchiavo ein Seitental des italienischen Veltlins. Wir sprechen die gleiche Sprache und essen dieselben Gerichte wie unsere italienischen Nachbarn jenseits der Grenze. Umso überraschender ist der Umstand, dass sich die Valposchiavo 1408 von Como lossagte und sich dem Gotteshausbund, d.h. der Herrschaft des Bischofs von Chur, anschloss.

Via Valtellina - Der Weg des Weins

Bereits im 14. Jahrhundert und dann v.a. während der Besetzung des Veltlins durch die Drei Bünden (1512-1797) spielte die Valposchiavo eine wichtige Rolle im transalpinen Handelsverkehr: Der Berninapass gehörte zu den Hauptverkehrsachsen, über die der beliebte Veltliner Wein auf die Alpennordseite gelangte. Die traditionellen Säumerpfade, auf denen der Veltliner in den Norden gelangte, sind heute durch den Kulturwanderweg “Via Valtellina” erschlossen.

Via Valtellina - Kulturwege Schweiz
Zur Beschreibung auf SchweizMobil

© Foto Archivio fotografico Luigi Gisep /Società Storica Val Poschiavo

San Romerio - zwischen Himmel und Erde, Schweiz und Italien

Einen ganz besonderen Status hat noch heute das über tausendjährige Kirchlein San Romerio hoch über dem Lago di Poschiavo auf der gleichnamigen Alp. Kirchenrechtlich gehört San Romerio zum Bistum Chur, doch Besitzer der Kirche ist noch heute - beruhend auf einem päpstlichen Erlass von 1517 - die Gemeinde Tirano.

Cavaione - Das letzte Dorf der Schweiz

Mit der Aufhebung der Bündner Herrschaft über das Veltlin 1797 begann für Cavaione, einen kleinen Weiler oberhalb von Brusio, ein goldenes Zeitalter: Von der Weltpolitik vergessen, entzogen sich die Bewohner von Cavaione dem Miltiärdienst und den Steuerabgaben, in dem sie sich je nach Situation als zu Italien gehörig oder als zur Schweiz gehörig ausgaben. Erst 1874 fand das Spiel ein Ende, als die damals 103 Bewohner durch den Grossen Rat Graubündens endgültig ins Schweizer Bürgerrecht aufgenommen wurden.

Auf Schmugglerpfaden

Bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts bildete die Schmugglerei einen wichtigen Wirtschaftszweig in der Valposchiavo. Eine der wichtigsten Umschlagplätze für Zigaretten und Kaffee, die nach Italien geschmuggelt wurden, war der kleine Weiler Viano oberhalb von Brusio. Von hier aus führten die alten Schmugglerpfade über die “grüne” Grenze nach Roncaiola und Baruffini im angrenzenden Veltlin. Die Schmugglerpfade sind noch heute begehbar.

Wandertipp "Schmuggelpfad"

© Foto Archivio fotografico Luigi Gisep /Società Storica Val Poschiavo

Grenzüberschreitende Herkunftsbezeichnung

Für den Import von Weinen aus dem Veltlin in die Schweiz bestanden seit je her Sonderregelungen. So dürfen die Weinproduzenten der Valposchiavo mit Weinbergen im Veltlin (innerhalb der 10Km-Zone ab der Landesgrenze) bis zu 1000 Hektoliter Wein pro Produzent kontigent-frei importieren. Ausserdem dürfen bestimmte Weine in der Valposchiavo abgefüllt und gealtert werden, ohne dass sie die DOCG (Denominazione di origine controllata e garantita) Valtellina Superiore verlieren. Damit ist die DOCG Valtellina Superiore die einzige Herkunftsbezeichnung, die grenzüberschreitend angewendet werden darf.

© Foto Ivan Previsdomini - La Perla di Marco Triacca - www.vini-laperla.com

Grigione Italiano

Zusammen mit der Valle Mesolcina, Val Calanca und der Val Bregaglia sowie Bivio am Julierpass bildet die Valposchiavo den Grigione Italiano, den italienischsprachigen Teil im offiziell dreisprachigen Kanton Graubünden. Die italienischsprachigen Gebiete Graubündens sind vom Rest vom Kanton durch den Alpenkamm getrennt aber auch untereinander bestehen - mit Ausnahme der Mesolcina und Calanca - keine direkten Verbindungen zwischen den vier Tälern.

Bleiben Sie in Kontakt mit der Valposchiavo!

Valposchiavo Turismo

CH-7742 Poschiavo

T +41 81 844 05 71

E info@valposchiavo.ch

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