Der Berninapass (2328 m.ü.M.) ist einer der eindrücklichsten Übergänge in den Alpen, führt vorbei an den majestätischen Gletschern des Berninamassivs: Morteratsch, Cambrena und Palü. Zwischen den beiden Seen des Berninapasses Lago Bianco und Lej Nair liegt die Wasserscheide, im Süden das Einzugsgebiet der Adria und im Norden dasjenige des Schwarzen Meeres. Auch verläuft hier die Sprachgrenze zwischen italienisch im Puschlav und Veltlin und rätoromanisch beziehungsweise deutsch im Engadin. Spektakulär und einzigartig ist die offene Linienführung der Rhätischen Bahn mit Halt am höchst gelegenen Ort, dem Ospizio Bernina.
Alp Grüm ist nur zu Fuss oder per Bahn erreichbar, die hier eine ihrer wundervollsten Panoramakurven dreht. Der Blick schweift steil bergab ins Valposchiavo bis hin zu den Bergamasker Alpen, wandert über die Murgänge am Curnasel hinab auf die liebliche, im Sommer bewirtschaftete Alp Palü, zum türkis schimmernden Stausee, der die Gletscherabbrüche spiegelt, verfängt sich in den von Findlingen durchsetzten Lärchenhainen, gleitet den Bächen und Wasserfällen entlang, die sich wie milchige Adern an den felsigen Flanken des Piz Caral, Piz Palü, Piz Canton und Piz Varuna hinziehen. Im Talgrund prangt wie eine trutzige Burg das Palüwasserkraftwerk der Rätia Energie.
Man schlendert durch den Garten der „Marmitte dei Giganti“, der „Töpfe der Riesen“, von Gletschermühle zu Gletschermühle und erahnt die enorme Naturkraft des abgeschmolzenen Gletschers, der den Fels glatt poliert, die Brocken zu ebenmässigen Kugeln geschliffen hat. Weit oben am Piz Palü ist er noch zu sehen, hinter der bewaldeten Kluft des Cavagliasco, der sich nun mäandrierend durch die Ebene schlängelt, begrenzt durch den Ausläufer des Campascio und die Hochebene Penat.
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