• Anker, Segantini, Giacometti - Facetten der Sammlung Christoph Blocher

    Anker, Segantini, Giacometti - Facetten der Sammlung Christoph Blocher

Von Gian Casper Bott kuratiert und Guido Lardi koordiniert, zeigt die Ausstellung zum 20jährigen Jubiläum der Eröffnung des Museo d’Arte Casa Console dreiundzwanzig Meisterwerke in Öl, Aquarell, Pastell, Kohle, Tusche, Bleistift und Kreide aus der Sammlung Christoph Blocher.

Vierzehn Werke von Albert Anker und drei von Giovanni Segantini bilden den Kern der Ausstellung. Die Werke stammen alle aus dem Zeitraum von 1874 bis 1925 und rücken wesentliche Aspekte der Schweizer Malerei jener Jahre ins Licht.

Die Sonderausstellung ist bis zum 30. Oktober 2022 zu sehen.

Dienstag - Sonntag 11.00 - 16.00
Erwachsene CHF 10, Kinder gratis
Mit Valposchiavo All Inclusive Guest Card gratis
T 081 844 00 40
museocasaconsole.ch

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Albert Anker

Einer der bedeutendsten Schweizer Maler und Zeichner des 19. und frühen 20. Jh. war Albert Anker. Aus der französischen Schule hervorgegangen, hat er einen eigenen, spezifisch schweizerischen Stil geschaffen. Für Generationen wurde er zum populärsten Schweizer Künstler und auch heute vermag er durch seinen einfühlsamen Blick auf zeitlose, das menschliche Leben und den Alltag sinnbildlich prägende Momente in den Bann zu ziehen. In der Aktualität seiner Zeit verankert, erweist sich Anker als Beobachter der neusten gesellschaftlichen Entwicklungen, als Schilderer der vie moderne. 
Eines der raren Genrebilder Ankers historischen Inhalts ist Französische Protestanten auf der Flucht (1886). Über die Allusion an die Heilige Familie hinaus, birgt das Thema Anspielungen an die conditio humana und die ideale Familie mit traditioneller Rollenverteilung. Das Ölgemälde Zeichnender Knabe (1890) entspricht dem Genre des nahsichtig arrangierten Stilllebens mit Figur. Es birgt Reminiszenzen an Chardin und klassische Themen der holländischen Malerei des Goldenen Jahrhunderts. Anker hat sie aktualisiert indem er sie in seine Gegenwart transponiert hat. 
Ankers barfüssiges und schürzenbekleidetes Schlafendes Mädchen auf einer Holzbank (um 1900) widmet sich einem Schlüsselthema des Künstlers. Ein duftender Fliederstrauss weist auf die schöne Jahreszeit, und doch kommt man nicht umhin, an Homers Definition des Schlafes als Zwillingsbruder des Todes zu denken. Ein weiteres Stück von Ankers stupender Technik, Indikator für Innigkeit und menschliche Nähe zu seinen Modellen ist das Büebli mit grossem Rüebli (1904). Ein spätes Aquarell Ankers widmet sich dem Alten Mann bei der Lektüre (1909), die wohl der Bibel gilt. Das Typische und Gleichnishafte stehen im Fokus.

Giovanni Segantini

Giovanni Segantini starb 1899 41-jährig auf dem Schafberg bei Pontresina während der Arbeit am Alpentriptychon. Sein plötzlicher Tod an einem hochgelegenen einsamen Ort erschütterte die damalige europäische Kunstwelt. Eine Zeichnung aus Segantinis Anfängen in Mailand, als er die Brera frequentierte, ist Eroe morto (1878).  Inspirationsquelle bot Mantegnas Cristo morto. Es ist, als hätte Segantini in diesem eindringlichen, streng frontalen Selbstbild sich auf dem Totenbett porträtiert und somit seinen heroischen Künstler-Tod prophezeit. 
1886 war Segantini zwei Monate unterwegs auf der Suche nach einem geeigneten Wohnort. Nachdem er auch Como und Poschiavo in Betracht gezogen hatte, liess er sich in Savognin nieder. Dort schuf er sein Pastell Kreuzeskuss (um 1886). Hier spürt Segantini seiner Wesensverwandtschaft zum französischen Maler Millet nach. Harmonisch verbinden sich Elemente der christlichen Tradition mit pastoraler Poesie. Repräsentativ ist Die Schafschur (1886-88), die in Savognin aus der Erinnerung und mithilfe von Fotografien geschaffene variierende Nachzeichnung eines 1883-84 in der Brianza gemalten grossformatigen Bildes. 

Robert Zünd

Robert Zünds Eichenwaldlichtung, eine sommerliche Idylle von evokatorischer Kraft, zeugt von akribischen, im Atelier souverän zur klassisch-imaginierten Landschaft mit Schönwetterwolken komponierten Naturstudien. Der Künstler war mehrmals nach Paris gereist, um im Louvre zu kopieren. Vorbilder erhabenen Stils klingen an, Ruisdael, Hobbema, Lorrain und Poussin, angereichert durch Einflüsse aus der Schule von Barbizon.

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Ferdinand Hodler

Ferdinand Hodler hat lange als Begründer eines ‘nationalen Stils’ gegolten und wie kein Künstler vor ihm dazu beigetragen, den Stolz auf kulturelle Leistungen im Bewusstsein der Schweiz zu verankern. Eine von Hodlers raren im Engadin gemalten Bilder ist Der Silvaplanersee (1907). Hodler war vom frühherbstlichen Licht überwältigt, er habe noch nie so ein Licht gesehen, es sei fantastisch. Strenge Bildgesetzlichkeiten folgen dem Grundsatz der parallel-horizontalen Anordnung klar getrennter Schichten. 

Alberto Giacometti

Endgültig von der romantischen Alpendarstellung gelöst hat sich Alberto Giacometti in seinem Jugendwerk Piz Corvatsch mit Silsersee (1921–23). Er hat eine Epoche der Bündner Kunst abgeschlossen und zugleich den Weg zu einer radikal erneuerten Kunst geöffnet.

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