Arianna Nussio

32 Jahre
Lebt in Brusio
Operatrice culturale, Kunsthistorikerin

Die Valposchiavo ist für mich ein Ort, in den man sich verliebt - mit allen Freuden und Leiden, die die Liebe mit sich bringt. In der Schwebe zwischen Norden und Süden der Alpen erscheint mir unser Tal einzigartig in seinem kulturellen Reichtum aber auch in seiner landschaftlichen Vielfalt.

Hier findet man italienische Atmosphäre (in der Architektur, der Qualität des Essens und der Herzlichkeit der Leute) ebenso wie Eigenschaften, die normalerweise mit der Schweiz in Verbindung gebracht werden (Sorgfalt im Umgang mit der Landschaft, Genauigkeit, Respekt vor der Natur).

Ich wurde hier geboren und nach dem Studium bin ich gerne hierher zurück gekehrt und entdeckte dabei eine grosse Lebensqualität, deren ich mir als Kind nicht bewusst war.

Was Gaumenfreuden angeht, kommen mir als erstes die Hirsch-Spiesse in den Sinn, die die Jäger von Brusio am “Paneneve” über dem Feuer braten, dann die Tomaten, frisch gepflückt aus dem Garten meiner Mutter, mit etwas Olivenöl und ein paar Pfefferminz-Blättchen angerichtet.

Zu meinen Lieblingsausdrücken im Pusc’ciavin gehören: sambüc, sampogn und sanglot. Scherzeshalber sagt man, dies seinen die drei Schutzpatrone des Tals. Tatsächlich bedeuten die drei Wörter aber folgendes:

  • sambüc = Holunder, eine Pflanze, die bei uns weit verbreitet ist, oder auch eine wenig intelligente Person, da das Holz des Holunders innen ein weiches Mark hat, das mit der Zeit austrocknet
  • sampogn = Glocke, die man den Nutztieren um den Hals legt
  • sanglot = Schluckauf

Mein Tipp: Besuchen Sie die Val dal Saent (Pescia Alta) im Herbst, wenn die Lärchen goldig leuchten. Bei Sonnenaufgang oder in der Abendröte ist das ein unvergessliches Erlebnis.

Der speziellste Ort überhaupt ist in meinen Augen jedoch San Romerio. Ich nehme den Aufstieg regelmässig und zu jeder Jahreszeit in Angriff und kehre immer glücklich und entspannt zurück. Am liebsten besuche ich San Romerio, wenn keine Leute da sind, im Sommer z.B. bei Sonnenuntergang oder im Spätherbst. Hier vermischen sich Natur, Kultur und Spiritualität zu einer ganz besonderen Einheit. San Romerio entzieht sich einer blossen Beschreibung und muss erlebt werden. Wer dazu keine Möglichkeit hat, kann sich wenigstens durch den Film von Rolf Haller (2014) ein überzeugendes Bild davon machen.

Weitere Geschichten aus der Valposchiavo

VORSICHT - Schliessung des Rifugio Alpe San Romerio

09. Mai 2019

Der Rifugio Alpe San Romerio ist während der Sommersaison 2019 geschlossen.

Wanderwege aufgrund von Sturmschäden geschlossen

Das Forstamt der Gemeinde Poschaivo informiert die Wanderer, dass die meisten Wanderwege aufgrund der Sturmschäden vom letzten Herbst geschlossen sind. Die Unwetter von Ende Oktober 2018 haben 30 Hektaren Wald auf Gemeindegebiet zerstört. Zahlreiche umgestürzte Bäume versperren die Wanderwege und müssen weggeräumt werden. Das Wanderwegnetz wird erst ca. ab Juni 2019 wieder vollständig begehbar sein.

Wizard of the Sun - Musikfilm über Marshall Allen und das Sun Ra Mythic Dream Arkestra

24. April 2019

Der Musikfilm dreht sich um die MUSIK – die Musik von Sun Ra, Musik und Arrangements von Marshall Allen, die Bedeutung, den Wert, die Botschaft, die mythische Dimension der Musik. Und der Film findet in den Schweizer Alpen der Valposchiavo erstaunliche Landschaften, um der Space Musik zu entsprechen.

Neue temporäre Ausstellung im Kunstmuseum Casa Console: Lepontinische Tessiner Maler

22. Januar 2019

Von Chialiva, Rossi und Franzoni zu Sergio Maina
Kunstmuseum Casa Console, Poschiavo
29. Januar 2019 – 31. Oktober 2019

Taiadin al formaggio dell’alpe

02. Januar 2019

„Taiadin“ (auf deutsch „Geschnittene“ aufgrund der Zubereitungsart), so heisst dieses einfache Gericht aus frisch zubereiteter Pasta. Das Grundrezept mit Weissmehl und Eier ist immer dasselbe, aber jede Familie hat ihre eigenen Vorlieben um das Gericht zu verfeinern.

Aquarell-Workshops 2019 mit Eveline Chiavi

01. Januar 2019

Aquarellkurs für hohe Ansprüche, Malen kann jeder. Bilder machen die berühren und Geschichten erzählen.

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